Halde Hoheward

Die dritte (und vorerst letzte) Runde über die Halden der Ruhr fand parallel zu einer der „Flagschiff“- oder „Leuchturm“-Veranstaltungen des Kulturhauptstadtjahrs statt. Im Rahmen der Aktion SchachtZeichen stiegen eine Woche lang über ehemaligen Zechenstandorten kleine gelbe Heißluftballons auf. „Bis zu 350 Ballons“ sollten es nach Auskunft der Veranstalter sein, die „bis zu 80 Meter hoch über den ehemaligen Schächten“ im Wind schwebten und wie Stecknadelköpfe auf einer Landkarte „die Orte, an denen alles begann“, sichtbar machen sollten.

Eine Aktion mit großem logistischen Aufwand, die an vielen Orten zu einem fröhlichen Ehemaligen-Treffen geriet und mit Würstchenbuden und Biertischen zu kleinen Volksfesten umfunktioniert wurde, anderswo nutzten neuangesiedelte Firmen die Gelegenheit zu PR-Präsentationen. Die öffentliche Resonanz war ausgesprochen positiv. Und auch wenn das besondere Verhältnis der Ruhrpöttler zu ihrer Vergangenheit schon zum Klischee geworden ist, muss man doch immer wieder verblüfft registrieren, dass das Klischee wirklich Substanz hat: Ich kenne wenige Regionen, wo Neugier und Bereitschaft, sich mit der eigenen Vergangenheit und ihren Spuren auseinanderzusetzen, so umfassend und breitflächig gegeben sind wie hier an der Ruhr. Da spielt sicher viel verklärte Nostalgie eine Rolle, aber auch das Wissen, dass der beschworene Strukturwandel nicht so reibungs- und bruchlos vonstatten geht, wie die Politik das gerne möchte. Weiterlesen