gleiche höhe ist kein abseits

ein kleines museum des zufalls

Tag: Oberhausen

Long Island

Emscherinsel

Die Emscherinsel ist eine Insel, die man als solche kaum wahrnimmt. Eigentlich handelt es sich nur um einen schmalen Streifen Land zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher. Beide Gewässer kreuzen sich bei Castrop-Rauxel und fließen von dort aus nahezu parallel Richtung Rhein, bis sich ihre Wege in Oberhausen, nahe der Neuen Mitte, trennen. Dazwischen liegt ein 34 Kilometer langes, an manchen Stellen aber nur wenige Meter breites Gebiet.

Diese künstliche Insel ist eine beiläufig entstandene Landschaft, eingezwängt zwischen einem industriell genutzten Verkehrsweg und einem zum Abwasserkanal degradierten Flüsschen. Lange war sie nur eine Art Niemandsland, oder besser: eine Aneinanderreihung von Niemandsländern in den Randgebieten der umliegenden Städte. Zwischenräume im wörtlichen Sinn. Wenn dieses Gebilde nun zur Insel erhoben, also eine räumliche Geschlossenheit vorgegeben wird, soll das modellhaft auch fürs Ruhrgebiet insgesamt stehen: Was durch strukturelle Notwendigkeiten entstand, wird nun gleichsam naturalisiert und als grüne Klammer über kommunale Grenzen hinweg angelegt. Das Bild von der Insel suggeriert außerdem ein wenig postindustrielle Idylle, ähnlich wie die Bergehalden nun als künstliches Mittelgebirge reklamiert werden. —–>

“I ride your river under the bridge”

Go-Between-Bridge
Go Between Bridge. (Foto: Paul Guard, Quelle: Wikipedia.)

Die Go-Betweens gehörten in den späten Achtzigern, frühen Neunzigern zu meinen ganz großen Favoriten. Später, in den Jahren zwischen der Reunion und dem frühen Tod von Grant McLennan, habe ich nicht mehr sehr aufmerksam mitverfolgt, aber dass sie in dieser Phase immerhin ein wenig Mainstream-Anerkennung bekamen, fand ich nur gerecht.

Das Image der ewigen Underachiever, die eine bessere Welt bräuchten, um Stars werden zu können, sind sie allerdings nie so richtig losgeworden. Und so war ich doch sehr überrascht, zu lesen, dass es in Brisbane, der Heimatstadt von Forster und McLennan, inzwischen eine Brücke gibt, die den Namen der Band trägt. Und dass es sich dabei nicht nur um eine bedeutungslose Nebenbrücke in einem Randbezirk handelt, sondern um einen Flussübergang, der in der Verkehrsinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen soll. Die Go Between Bridge ist – heisst es in der Wikipedia – die erste Innenstadtbrücke seit 40 Jahren, vierspurig ausgebaut und ausgelegt für etwa 12.000 Autos am Tag. Erfreulicherweise sieht sie sogar ganz ansprechend aus. —–>

Ruhrhalden-Tour II

Auf Halde Norddeutschland

Das Pfingstwetter war ein guter Anlass, die Tour über ausgewählte Ruhrhalden fortzusetzen. Diesmal ging die Fahrt in den westlichen, linksrheinischen Teil des Ruhrgebiets. Eine Region also, von der gerne vergessen wird, dass sie auch noch dazu gehört: Wenn man vom Revier spricht, meint man meistens Duisburg, Essen oder Dortmund, aber selten Kamp-Lintfort, Moers oder Neukirchen-Vluyn. Für viele meiner rheinischen Bekannten ist das hier schon der Niederrhein. Auch in der Region ist man mit der Zugehörigkeit zum Ruhrgebiet nicht durchweg glücklich: Im zuständigen Kreis Wesel gibt es seit Jahren einige Stimmen, die einen Ausstieg aus dem Regionalverband Ruhr befürworten. Der Versuch, das Anliegen politisch umzusetzen, scheiterte vor knapp zwei Jahren allerdings recht spektakulär, und ist damit erst mal für einige Zeit vom Tisch.

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