Fylingdale Moors
Foto: Pat O’Halloran

In diesem faszinierenden Artikel lesen wir, wie eine ökologische Katastrophe zu einer archäologischen Entdeckung geführt hat. Zwischen dem 17. und 21. September 2003 verwüstete ein Flächenbrand ein zweieinhalb Quadratkilometer großes Areal in den North York Moors. Die Zerstörungskraft des Feuers war so stark, dass auch große Teile der Torfschicht verbrannt wurden. Zum Vorschein kamen prähistorische Feldersysteme und Felsreliefs, Drainagen und Kanäle des Alaunabbaus im 18. und 19. Jahrhundert, Reste der Manöver- und Verteidigungsanlagen des 2. Weltkriegs, lesen wir an anderer Stelle.

Das Areal, das zum Vorschein kam, ist der Rest einer offenbar früher dicht besiedelten Landschaft – „the equivalent of Leeds or Manchester in their day“, behauptet der Guardian. Um 1000 v. Chr. wurde die Landschaft Zug um Zug aufgegeben, aus unbekannten Gründen. Es wird vermutet, dass das Moor noch weit mehr archäologische Schätze beherbergt; die archäologische Untersuchung des Areals dauert noch an, während zugleich versucht wird, die ökologischen Schäden, die das Feuer angerichtet hat, zu reparieren.

(Einige Bilder der Felsreliefs gibt es hier (inklusive Mashup des Fundorts), hier und hier. )

Vielleicht könnte man ja die Myon-Detektoren zur Erschließung des Areals verwenden, die im Dschungel von Guatemala zum Einsatz kommen sollen, um die innere Architektur von Maya-Tempeln aufzuspüren. Wer weiss, was sich da noch alles finden lässt, wenn wir den Guardian mal beim Wort nehmen und uns ein eiszeitliches Leeds oder Manhattan vorstellen, eine lovecraftsche Siedlung von unbekanntem Ausmass? Nicht weit von der Brandstelle befindet sich übrigens ein Stützpunkt der Royal Air Force: RAF Fylingdales,

RAF Fylingdales
RAF Fylingdales. Foto: Wikipedia.

Fylingdales ist einer der militärischen Stützpunkte, die durch die Geheimhaltung, mit der sie betrieben werden, ihre eigenen Mysterien generiert haben. Dort befindet sich eine Radarstation, die von Briten und Amerikanern gemeinsam als Teil des Raketenfrühwarnsystems betrieben wird. Jahrzehntelang waren drei riesige Radarkuppeln das weithin sichtbare Wahrzeichen des Stützpunkts, und sie wurden von Touristen ebenso bestaunt wie anderswo Tempel und Pyramiden.

Coach tours to the nearby coastal town of Whitby drove past the site, at which point drivers would typically switch the radio on and allow passengers to listen to the interference caused by the radomes.

Die Kuppeln sind verschwunden, inzwischen steht dort ein noch bizarreres Gebäude, das von weitem aussieht wie ein überdimensionales Theremin. Die RAF hat mit ein wenig PR und Unterstützung der BBC versucht, die mysteriösen Aspekte des Stützpunkts in etwas freundlicherem Licht erscheinen zu lassen. Staunen wir also über die riesigen wassergekühlten Radarschirme und die 18 Zoll dicken Stahltüren, hinter deren Schutz sich die Mannschaft des Stützpunkt im Kriegsfall zurückziehen kann.

Unsere Akte-X-geschulte Fantasie sagt uns aber, dass sich hinter der seltsamen Fassade tatsächlich mehr verbergen könnte. Vielleicht lauscht der Radarschirm weniger in den Himmel, als unter die Erde. Irgendwann, eines Nachts, meint einer diensthabenden Leutnants ein Geräusch zu hören, ein schwaches Pfeifen, etwa aus der Richtung des Moors. Einige Wochen später wird man im Torfboden eine Öffnung entdecken, und dahinter eine Art Gang.

The black tunnel yawned indefinitely off at a steep, descending grade, its aperture adorned with grotesquely chiseled jambs and lintel. From that cryptical mouth we fancied a current of slightly warmer air, and perhaps even a suspicion of vapor proceeded; and we wondered what living entities the limitless void below might conceal …