Smith’s place is the admiration of all the country; and it was a mere nothing before Repton took it in hand.

Jane Austen, Mansfield Park

Humphry Repton

Humphry Repton zählt zu den großen Namen der englischen Landschaftsarchitektur des 18. Jahrhunderts. Dabei war er in doppelter Hinsicht ein Spätberufener: Seinen ersten Auftrag führte er 1788 aus, als das 18. Jahrhundert sich bereits seinem Ende zuneigte und in Europa die Zeit der Revolutionen und napoleonischen Eroberungen heraufdämmerte. Repton war da schon 36 Jahre alt, vierfacher Vater und hatte sich mehr schlecht als recht in den verschiedensten Tätigkeitsfeldern versucht: Als Textilhändler und Journalist, als Dramatiker und als Privatsekretär. Besondere architektonische oder gärtnerische Vorkenntnisse besaß er nicht, aber er konnte gut zeichnen. Außerdem war mit Capability Brown gerade die große Koryphäe der englischen Landschaftsgestaltung gestorben, und ein Nachfolger von ähnlicher Statur nicht in Sicht.

Der gewagte Versuch, diese Lücke auszufüllen, zahlte sich aus: Repton wurde rasch einer der begehrtesten Landschaftsarchitekten seiner Zeit – oder besser: Landschaftsgärtner, denn das war die Bezeichnung, die er selbst für seine Tätigkeit wählte. (Vorher sprach man oft ganz einfach vom improver.) Der Name war gut für’s Marketing, aber Repton hatte noch eine weitere Idee: Er stellte aufwändige Broschüren mit Vorher-Nachher-Bildern her, seine sogenannten red books. Gebäude und Gartenelemente liessen sich da ein- und ausklappen, um den Kunden den aktuellen Zustand ihrer Gärten und seine Pläne zu veranschaulichen.

Humphry Repton

Die red books waren auch die Basis für einige der theoretischen Schriften, die Repton veröffentlichte, zum Beispiel für das herrliche Werk Sketches and hints on landscape gardening (1794), dass bei der Universität Wisconsin digitalisiert vorliegt.

Den Hinweis darauf verdanke ich diesem exzellenten Blog. Da werden allerdings Reptons rote Bücher als „poor strategy for economic success“ bezeichnet, weil einige Kunden die darin so genau dargestellten Ideen dann selbst umgesetzt hätten. Browns Marketing dagegen habe auch erfolgreich darauf gesetzt, mit den Kunden die Grundstücke abzufahren und als armewedelnder Dampfplauderer ordentlich Eindruck zu schinden.

Nun kann man ja darüber streiten, ob es die bessere Idee ist, dem Kunden ein möglichst detailliertes Konzept vorzuführen, oder in möglichst im Nebulösen darüber zu lassen, was er geliefert bekommen wird, aber Erfolglosigkeit kann man Repton nun nicht wirklich nachweisen. (Außerdem ließ sich Repton auch die Erstellung der Bücher schon gut bezahlen, was zumindest nahelegt, dass er das Risiko seines Marketings selbst erkannte.) Wenn er nicht ganz das gleiche Niveau seines großen Vorgängers Brown erreichte, dann lag das eher an den äußeren Umständen: Die Zeit der gartenbaulichen Großprojekte näherte sich ihrem Ende, zumal auch das Geld nicht mehr so locker saß. Viele Projekte Reptons und seiner Zeitgenossen bestanden eher darin, bereits vorhandene Gartenkonzepte aufzuwerten, zu verbessern und zu verfeinern.

Das ist sicher auch einer der Gründe, warum sich Reptons Herangehensweise in einem wichtigen Aspekt von der Browns unterschied: Während Brown die Gärten als geschlossene Welten betrachtete und durch Mauern und Hecken von der Außenwelt abgrenzte, versuchte Repton, äußere Gegebenheiten – den Blick in die Landschaft oder auf markante Gebäude – gezielt mit einzubeziehen. So ließ sich der Garten gewissermaßen über seine Grenzen hinaus vergrößern, ohne das Budget des Kunden überzustrapazieren.