Neben dem großen Echo, das Bert Dietz’ Auftritt bei Beckmann ausgelöst hat, gibt es da noch ein ziemlich pikantes Nebengeräusch: Bei Alles ausser Sport kann man nachlesen, dass eine Passage des Gesprächs durch einen Pfeifton überlagert war. Wenn man das Störgeräusch aus dem betreffenden Abschnitt rausfiltert, gibt es da eine offenbar ziemlich deutliche Anschuldigung gegen den früheren Telekom-Manager Walter Godefroot.

Merkwürdig ist auch, dass die Show, anders als sonst, nicht über Internet verfügbar gemacht wurde und auch nicht auf 3sat wiederholt wird. Wie Tonstörung und ausgefallene Wiederholungen zusammenhängen, kann man erst mal nur vermuten. Aber es passt ganz gut zu dem Spagat, den die ARD selbst vorführt: Einerseits investigativen Journalismus in Sachen Doping zu demonstrieren, andererseits dabei offenbar nicht zu heftig auf die Leichen zu treten, die sich im eigenen Keller stapeln.

Der Pfeifton war mir nicht aufgefallen (ich hatte aber auch erst später zugeschaltet). Auffällig fand ich eher, dass Beckmann ein paar mal herausfinden wollte, wie viel die Telekom von den Vorgängen wußte. Dass die ARD zeitweise selbst auch zu den Sponsoren des Teams gehörte, liess er dabei unerwähnt.

Man hat ja am Fallout rings um die Boßdorf-Affäre gesehen, dass die Verflechtungen zwischen ARD und Radsport-Szene eng genug waren, da gibt es sicher einiges, was man noch aufarbeiten könnte. Und man könnte ja mal einen Marcel Wüst zu Beckmann einladen, der hätte möglicherweise auch einiges zu erzählen über seine Zeit bei Festina. Auch wenn er sich nicht so gerne daran erinnert.

Nachtrag: Im Tagesspiegel sagt Wüst, nun ja, ein bisschen was: “Eine konsequente Aufarbeitung dessen, was vor zehn, 15 Jahren war, [wäre] ganz wichtig.” Einerseits. Andererseits:

Man hat mir zu meiner Zeit nichts angeboten. Das lag sicher zum einen daran, dass ich nicht im Tour-de-France-Team war. Zum anderen bin ich aber fest davon überzeugt, wenn ich danach gefragt hätte – wenn ich also als Rennfahrer hin gegangen wäre und hätte gesagt, hört mal, ich will auch was haben, ich brauche was, dann hätte ich auch was kriegen können.