Vom Gesetz der Tristaniten

FelsenburgBeim Spreeblick gibt es einen Podcast über einen Segeltörn nach Tristan da Cunha, den ich hier gerne weiter empfehle: Die Plauderei über die Gesetze und Bräuche der Tristaniten ist tatsächlich sehr amüsant anzuhören. Arno-Schmidt-Leser werden sich natürlich ein wissendes Grinsen nicht verkneifen können.

Für die nicht Initiierten: Arno Schmidt hat nämlich nachgewiesen, was das Gesetzbuch der Tristaniten ist. Und zwar ein deutscher Roman aus dem 18. Jahrhundert, die Insel Felsenburg von Johann Gottfried Schnabel.

Wenn die Bevölkerung eines Landes – eventuell ‚Ei‘ davor; meinetwegen – nach einem Buche lebt, so ist das nur üblich […].
Wenn dieses ‚Buch‘ 200 Jahre alt, und ein Roman ist – dann ist das schon ‚putzig‘. Wenn dieser Roman in einer fremden Sprache geschrieben, und den Einwohnern unbekannt ist – so ist das ‚unheimlich‘, einverstanden ? ! (Denn wie wäre Ihnen zumute, wenn man Ihnen aus so einem alten Buch vorläse, was Sie heutzutage treiben ? !).

Was Schnabel so alles vorausgewußt hat (und was das unter anderem mit Edgar Allan Poe und Jules Verne zu tun hat), das muß man aber schon bei Schmidt selber nachlesen.

Am konzisesten könnte man das im Text Das Gesetz der Tristaniten, den gibt’s aber zur Zeit nur im Band III.3 der Werkausgabe. Mit etwas Glück findet man hier und da im Ramsch noch die Nummer 12 des Literaturmagazins Der Rabe, da war er auch abgedruckt.

Die Extended Version ist leichter zu bekommen: Das ist der Dialog Herrn Schnabels Spur, den gibt’s im Taschenbuch Nichts ist mir zu klein. (für etwas mehr Geld auch im Band II.1 der Werkausgabe). Allerdings geht es da erst am Ende des Textes um Tristan, das macht aber nichts.

Dann ist da natürlich noch Tristan da Cunha, den Roman von Raoul Schrott, aber der liegt seit einer Ewigkeit so ein Viertel angefangen in meinem Bücherregal herum, deswegen kann ich dazu nicht viel sagen.

Fehlt noch was? Ach ja, eine Band namens Tristan da Cunha gibt es auch.