Focus bloggt mit WordPress

Matt Mullenweg hat es ganz stolz ausgeplaudert: Der Focus nutzt WordPress für die eigenen Blogs. Focus tut aber etwas g’schamig: Die Credits gehen an das hauseigene Redaktionssystem, das Copyright nennt „Microsoft und seine Lieferanten“. Kein Wort von WordPress.

Dass da ein Open-Source-Tool auf MSN-Sites läuft, hat Mullenweg nicht als erster entdeckt: Im Sommer ist das schon mal im WordPress-Forum diskutiert und hier gebloggt worden. Nun kann man sagen, wenn ein Medienunternehmen die Blog-Regel „Credit where credit is due“ verschlampert oder ignoriert, ist das sicher kein großer Skandal, aber unsympathisch find ich’s doch, und ein weiteres Indiz dafür, dass manche etablierte Medien die Blogsphäre noch immer mit Arroganz oder Trampeligkeit behandeln: Abgreifen, was hip ist, ohne dafür was zurückgeben zu müssen, die übliche Routine halt.

Dass die Focus-Blogs nach wie vor auf WordPress aufsitzen, kann man übrigens mindestens an drei Details feststellen:

Auf der Website von Tomorrow Focus heißt es über das eigene Redaktionssystem HPS|cms, es besteche durch „Skalierbarkeit bei starkem Wachstum“, „hohe Performance“ und „Realtime-Fähigkeit“. Und das reicht nicht aus, um ein paar Blogs zu befeuern? (Ha, oder nein, ich hab’s – HPS: Das ist das versprochene Hitler Protection System. Zu früh gespottet, Spreeblick!)

Nachtrag (9.1.2006): Sieh mal an, inzwischen wird WordPress in den Blogs ja doch erwähnt (im unteren Bereich der Seite, über der Focus-Online-Grafik), und auch der WP-Claim im Reise-Blog ist getilgt. Ob’s vielleicht doch kein Zufall war, dass ich heute in meiner Statistik mindestens einen Besucher hab, der vom Ticketing-System eines der Focus-Dienstleister geschickt wurde? 🙂