gleiche höhe ist kein abseits

ein kleines museum des zufalls

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Recharge

Bei Gut Walbig

In den vergangenen Wochen ist es hier etwas ruhiger geworden. Der Jahreswechsel hat einen ordentlichen Berg Arbeit aufgetürmt, der erst einmal weggeschafft werden musste. Die wenige freie Zeit wollte ich vor allem für ein paar kleinere Veränderungen an der Website nutzen, aber aus den überschaubaren Updates wurde dann doch ein unerwarteter Mehraufwand. Vor allem auch deshalb, weil man über einem einfachen WordPress-Update mittlerweile leicht ein oder zwei Tage verlieren kann, um herauszufinden, welches Fitzelchen Code mit welchem liebgewonnenen Feature nicht mehr ohne weiteres kompatibel ist.

Der gröbste Frust ist mittlerweile überwunden, es läuft zwar noch immer nicht alles ganz so, wie ich mir das wünschen würde, aber sei’s drum: Um wieder ein bisschen Fahrt aufzunehmen, reicht es allemal. Kurs auf 2011 also.

Aggregierte Architektur

Ein architektonischer Digest im PDF-Format: Prss Release sammelt wöchentlich zehn Artikel aus Blogs zu Architektur, Urbanismus und verwandten Themen, und setzt sie in ein etwas unbehauenes, dafür gut lesbares und vor allem druckerfreundliches Layout.

We do this independently, not for profit, for fun, for all our friends who are not the nerds that we are and to bring the writing efforts of bloggers to a larger audience.

heißt es im Editorial Statement, dass ansonsten ähnlich spartanisch gehalten ist wie die gesamte Site und das Layout der bislang drei Digests (von denen einer auch nur eine Linkübersicht ist).

Über die formale Schlichtheit kann man sicher streiten, aber die Zusammenstellung der Texte ist geschmacks- und inhaltssicher, und an einem gut gemachten Digest gibt es eh nichts zu nörgeln. Interessant an Experimenten wie Prss Release ist auch, dass es bei der Idee des Remixens und Remodelns weniger um die Inszenierung von „Fortschritt“ geht: Sondern um die Frage, wie man Medienbrüche so überwinden kann, dass alle erreicht werden können, die eine Sache angeht.

BibliOdyssey als Buch

BibliOdyssey gehört zu den ersten Blogs, die ich entdeckt habe, und immer noch zu meinen liebsten: Eine eklektizistische, subjektive Reise durch Online-Archive alter Manuskripte, Bücher und Illustrationen. Ein irdisches Vergnügen im Blog, sozusagen. Die Neugier von Autor Peacay scheint dabei wenig Grenzen zu kennen: Ob botanische Enzyklopädien, arabische Illuminationen, Atlanten aus der Zeit der Entdeckungen, Illustrationen zu literarischen Werken – der Fundus an faszinierenden Entdeckungen, die man auf der Odyssee durch die Online-Bibliotheken machen kann, ist erstaunlich.

Im November wird auch ein Buch zur Websiteerscheinen, mit einem Vorwort von u.a. Dinos Chapman, und in einer, nach dem ersten Eindruck, sehr eleganten Aufmachung.

Solche Buch-zur-Website-Projekte finde ich zwar nicht immer erfolgreich, und das Schöne an BibliOdyssey ist ja eigentlich der spontane, erratische Charakter, das Überraschende der Entdeckungen, die wie Postkarten eines weltreisenden Onkels auf dem eigenen Schreibtisch eintrudeln. Aber wenn es ein bisschen mehr Aufmerksamkeit für BibliOdyssey bringt, und für die versteckten Schätze, die von Universitäten, Museen und (nicht zum geringen Teil) engagierten Privatiers bereit gehalten werden, soll’s mich freuen. (Und vielleicht ermutigt das dann auch ein paar Institutionen mehr, ihre Archive virtuell zugänglich zu machen.)

Lllloot!

Ffffound

Ffffound ist ein kurioses Ding. Als eine Art del.icio.us für Bilder wird die Website in der Regel beschrieben, Social Bookmarking für visuelle Inhalte. Ich finde diese Beschreibung nicht ganz korrekt, denn mit del.icio.us hat Ffffound nur relativ wenig zu tun. Klar, man kann die URLs von Bildern abspeichern, man kann sehen, was andere abgespeichert haben und bekommt Bilder, die einem gefallen könnten, anempfohlen. Weiterlesen

Wikimann

„Sind Sie Autor bei Wikipedia?“, fragt heute.de den Trendforscher Peter Wippermann. Und der antwortet:

Nein, aber es gibt Gott sei dank einen Eintrag über mich, auf den ich sehr stolz bin.

Glaub ich gerne. Denn mitgeschrieben an dem Eintrag hat er vielleicht nicht selbst, aber zumindest jemand aus seinem Umfeld. Ein(e) anonyme(r) Nutzer(in) war so freundlich, ein paar biographische Details mitzuteilen. Hinterlassen hat dieser Jemand nur die IP-Adresse 83.236.177.61. Die verweist auf die Ges.f.Kommunikationsdesign mbH-Buero Hamburg JK.PW, das an der selben Adresse sitzt wie das Trendbüro
Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel JK.PW. GmbH
. (Die Abkürzung JK.PW steht wohl für die beiden Gründer Jürgen Kaffer und Peter Wippermann.)

Interessanterweise hat der gleiche Jemand noch mehr beizutragen gehabt. Beispielsweise einen kompletten Artikel zum Stichwort Simplexity, ein Begriff, der nicht zuletzt „von dem Designern [sic] Ora Ito, Prof. Peter Wippermann, Norbert Bolz u.a. geprägt“ wurde, und einen Hinweis auf die Websites der Hamburger Band Clara Bow. (Vielleicht der Soundtrack im Trendbüro?)

Im Vergleich mit anderen Bearbeitungsversuchen der Wikipedia ist das Oeuvre von 83.236.177.62 zugegebenermaßen vergleichsweise schmal, geschweige denn skandalös, aber amüsant ist es doch. Vor allem, wenn Wippermann im heute-Interview den WikiScanner als „ersten Schritt zur Wiederaufnahme der Autorenschaft“ lobt:

Der Wikiscanner ist quasi ein Hilfsmittel um da den Autor aufzuzeigen, wo er sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht zeigen will.

Q.e.d.

Pictopedia

Web 3.0 beginnt also am 12. August:

Im web2.0 wurden die Inhalte und Features frei. Im web3.0 werden es die Websites selber sein. Nach der Demokratisierung der Produktionsmittel werden nun die Plattformen selber demokratisiert. pictopedia ist eine demokratische web3.0 Site: hier gehört die Site den Mitgliedern. Mit eurem monatlichen Mitgliedsbeitrag mietet ihr nicht nur den Webspace, sondern ihr kauft euch ein Stück dieser Plattform. Damit gehört die Site allen, die mitmachen.

Wenn dabei einfach nur eine brauchbare Flickr-Alternative entsteht, reicht das ja auch schon. (Via. Siehe auch hier.)

In another country

Sie machen’s sich zur Zeit aber auch wirklich selbst schwer bei Yahoo. Beim Einloggen ins Yahoo-Konto bekommt man zum Beispiel das hier angezeigt:

We can increase site speed and efficiency for you by copying your user information (which may include sensitive data) to one of our servers in another country. Please note that privacy protections provided by another country may be different from those provided by your country.

(Folgt der Hinweis auf die Datenschutzbestimmungen von Yahoo und die Möglichkeit, ja oder nein zu sagen.)

Hm. Geht’s auch etwas weniger geheimnisvoll? Dass sich Yahoo immerhin die Mühe macht, auf die Problematik hinzuweisen, mag man ja honorieren, aber so mysteriös muss man das wirklich nicht formulieren. Vor dem Hintergrund der ganzen China- und Flickr-Diskussion klingt das nicht wirklich einladend. „One of our servers in another country“, raunt es da, und man sieht fast schon eine tarantino-reife Szene von irgendeinem rostigen Schuppen, in dem ein klappriger Server vor sich hin raucht, umlagert von zwielichtigen Agenten eines korrupten Regimes, das „privacy protections“ nach Lust und Laune providet.

Nee danke. Muss nicht sein.

Flickr off II

Seit einigen Wochen muss man ja damit leben, dass Flickr einen liebt. Na gut, kann vorkommen. Es nervt nur, wenn sich diese Liebe öfter in Bevormundung äußert, wie bei Eltern, die ihren ungebärdigen Bälgern endlich mal Manieren beibringen wollen. Weiterlesen

Google Maps als Stadtführer

Irgendjemand hat das bestimmt schon mal irgendwo beschrieben, aber mir ist es gerade eben aufgefallen: Man kann ja kmz- und kml-Dateien für Google Earth auch in Google Maps darstellen. Was aber noch besser ist: Man kann die so entstandenen Mashups natürlich auch unter del.icio.us (oder sonst einem Bookmarking-Dienst der Wahl) ablegen. Ich hab’s, aus gegebenem Anlaß, hier mal am Beispiel Lissabon ausprobiert. Die Ortsmarkierungen stammen aus einem virtuellen Stadtführer, der hier in der Google Earth Community vorgestellt worden ist.

Nicht schlecht: So kann man sich einen eigenen Mashup zurechtbasteln. Erleichtert die Reiseorganisation ungemein.

Flickr off

Noch jemand, der gerade schwer nervt: Flickr stellt die Logins für die „Old-Skool“-Nutzer um. Das sind die Nutzer, die sich bei Flickr angemeldet hatten, bevor der Dienst durch Yahoo! übernommen wurde: Die konnten sich bisher noch mit ihrer E-Mail-Adresse einloggen, während alle anderen Nutzer dafür eine Yahoo ID benötigten. Ab Mitte März gilt das für alle – was für mich (und eine ganze Reihe anderer Flickr-Nutzer der ersten Stunde) heißt: Erst mal eins einrichten. Damit darf man dann all die netten Yahoo-Zusatzfeatures in Anspruch nehmen, von denen ich keines brauche, weil sie mindestens ebenso unnötig sind wie unübersichtlich. Ich hatte mal ein Yahoo-Konto, aber das habe ich irgendwann auf Eis gelegt, oder das Konto hat sich selbst ins Nirwana gekickt, weil ich es nicht mehr benutzt habe. Buggy ohne Ende, viel zu umständlich in der Nutzung. Wenn ich mich so umhöre, hat sich daran auch nicht viel geändert. Weiterlesen

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