gleiche höhe ist kein abseits

ein kleines museum des zufalls

Kategorie: Köln (Seite 2 von 7)

et kütt wie et kütt

Mit den Füßen voran durch’s Hahnentor

Stadtsparkasse Köln

Ein architektonisches Juwel ist sie sicher nicht, die ehemalige Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse Köln. Aber sie ist doch ein ganz gutes Beispiel für den zaghaften Aufbruch der deutschen Nachkriegsarchitektur in die Moderne: Eine Art Brutalismus light. Mich hat die Fassade immer an rautiertes Papier erinnert: Klare Linien, aber doch eine gewisse Leichtigkeit. Wenn man den Wechsel der unterschiedlichen Grautöne aus der Nähe betrachtet, hat das Ensemble sogar fast etwas wie Eleganz. Weiterlesen

Alles aus!

Wir befinden uns im Jahre 2008 n. Chr. Alle Schlagzeilen weltweit sprechen heute nur von einem Thema. … Alle Schlagzeilen? Nein! Der Kölner Express, das gallische Dorf des deutschen Boulevards, macht heute mit folgendem Titel auf:

Boris

Am Verkaufsautomaten klebt direkt unter dem Sichtfenster ein anonymer Sticker: „Gegen übertriebene Medienhysterie“. Wer immer den da angebracht hat: Der Express hat sich das nicht zwei Mal sagen lassen.

Lucchetti dell’amore

Lucchetti d'amore

Es sieht so aus, als ob ein Kult aus Italien gerade auch bei deutschen Teenagern verfängt. Wer über die Kölner Hohenzollernbrücke spaziert, wird an einigen Stellen am Gitter, das den Fussweg von den Bahngleisen trennt, kleine Vorhängeschlösser angebracht sehen. Auf allen dieser Schlösser sind Namen angebracht, entweder mit Filzstift oder eingraviert: „Erkan und Katharina“, „Damian und Ninja“ oder „Chrissi und Robert“. Manchmal steht auch ein Datum dabei, und daher kann man in etwa abschätzen, wann dieser Kult hier begonnen haben muss: So ungefähr im Juli oder August 2008.

Lucchetti d'amore

Die Schlösser sind Zeugnisse eines kleinen Rituals unter Liebespaaren: Wer die Dauerhaftigkeit seiner Zuneigung verbürgen will, bringt so ein kleines Schloss an und – darum muss es in der Regel eine Brücke sein – wirft den Schlüssel dazu in den Fluss. Größe und Aussehen des Schlosses sind scheinbar relativ unerheblich: Von Minischlösschen, die allenfalls ein Poesiealbum dicht halten könnten, bis zu dicken Dingern, mit denen man auch ein Scheunentor verriegeln könnte, gibt es fast alle denkbaren Varianten. Örtliche Wirtschaftsführer wird es vielleicht freuen, dass ein Familienunternehmen aus dem Bergischen Land besonders häufig vertreten ist.

Früher ritzte man die Namen in alle möglichen Rinden. Heute sind Bäume in der Stadt nicht mehr prominent oder naheliegend genug, also muss man eben etwas anderes suchen, um bleibende Spuren zu hinterlassen. Geotagging auf eine ganz bodenständige Art: Ein sichtbares Markieren des öffentlichen Raumes mit dem Verweis auf eine persönliche Erinnerung.

Begegnet ist mir dieses Ritual zum ersten Mal vor etwa zwei Jahren, im Herbst 2006: Da hingen auf dem Ponte Vecchio in Florenz auf einmal Trauben von Vorhängeschlössern, wahre Niagarafälle aus Kleinstahl (um eine Metapher von Arno Schmidt zu klauen), vor allem rund ums Denkmal von Benvenuto Cellini. Ich war im Frühjahr schon dort gewesen, hatte aber damals noch keine Schlössergesehen. Das Phänomen muss also relativ schnell aufgeflackert sein, aber da die Behörden auch schon zahlreiche Plakate mit Strafandrohungen (in italienisch und englisch) angebracht hatten, konnte man erkennen, dass die Geschichte schon eine Weile lief. Lange genug jedenfalls, um einen kleinen Geschäftszweig im fliegenden Handel hervorzubringen: Einige chinesische und afrikanische Händler boten bereits Vorhängeschlösser an, einige waren auf Wunsch auch bereit, darauf den Namen und sonstige Details zu gravieren. Die Florentinerin, mit der ich die Brücke im Herbst besuchte, betrachtete die Schlössertrauben allerdings eher indigniert und mokierte sich über die Unsitte, noch den banalsten Flirt mit der Verschandelung eines Kulturdenkmals zu verewigen.

Lucchetti Ponte Vecchio Firenze

Wann und wo dieses Ritual in Italien zum ersten Mal auftauchte, weiß niemand so genau. Manche sagen, es sei in Rom gewesen. Dort ist es vor allem der Ponte Milvio, genauer: die mittlere Laterne dort, die mit Schlössern behängt wird. Das gehe, kann man manchmal lesen, auf den Film Ho voglia di te zurück. Der Film, eine herzzereissende Liebesschmonzette, ist die Verfilmung eines gleichnamigen Romans von Federico Moccia. Beides, Buch und Film waren Kassenschlager in Italien – der Film sogar so erfolgreich, dass er manchmal auch als italienisches Pendant zu Titanic bezeichnet wird. Der Moment, in dem Step, der Held des Films, vor den Augen seiner geliebten Gin ein Schloss an der Laterne befestigt und den Schlüssel wegwirft, ist in der Tat eine (pardon) Schlüsselszene des Films.

Ho voglia di te

Buch und Film haben die Tradition aber allenfalls populär gemacht, was man in der betreffenden Szene auch erkennen kann: Da hängt die Laterne nämlich bereits voller Schlösser. (Ich habe, wie gesagt, die ersten Schlösser in Florenz im Herbst 2006 gesehen, da war das Buch gerade erschienen, der Film folgte erst im Jahr darauf.) Dass das Phänomen rasch auf andere Städte in Italien übergriff, könnte aber gut mit dem Erfolg des Films zusammenhängen.

Die italienische Wikipedia (die dem Phänomen sogar einen eigenen Artikel widmet) verlegt den Ursprung allerdings nach Florenz und macht Absolventen einer Schule in der Nachbarschaft des Ponte Vecchio dafür verantwortlich. Die hätten, um ihre Schulentlassung zu feiern, die Schlüssel ihrer Spinde an die Brücke gehängt. Der Usus sei dann von Liebespaaren adaptiert worden. Andere Berichte schildern ähnliche Praktiken in Zusammenhang mit dem Wehrdienst: Italienische Wehrpflichtige sollen demnach in einigen Städten bei Antritt ihres Dienstes Schlösser an Laternen oder Bäumen befestigt und nach Beendigung wieder entfernt haben. Ich habe diese Variante zum Beispiel in Südtirol gehört, wo das Motiv des Ankettens noch politisch aufgeladen wird.

Wie dem auch sei: Es amüsiert mich natürlich, zu sehen, wie dieser Kult es von Italien nach Deutschland geschafft hat. („Amüsant“ ist vermutlich ein Wort, dass deutschen Denkmalschutzbehörden in diesem Zusammenhang eher nicht einfallen dürfte.) Der Film ist ja hier in Deutschland kaum zu sehen gewesen, und es gibt keine deutsche Synchronfassung. Moccias Roman liegt zwar (unter dem Titel Ich steh auf dich in deutscher Übersetzung), aber mir ist nicht bekannt, dass sich das Buch überdurchschnittlich verkauft hätte. (Es hat aktuell Verkaufsrang #94.387 bei Amazon.) Aber es gibt natürlich genug italienischstämmige Deutsche und italienische Touristen hier in der Stadt, die die Praxis importiert haben könnten.

Ob es schon eine offizielle Reaktion von Seiten der Stadt oder der Bahn gibt, weiß ich nicht. In Italien nahm die Praxis rasch so überhand, dass die betroffenen Kommunen reagierten. Die Schlösser wurden meist komplett entfernt, an den notorischsten Punkten verschärfte man Kontrollen und hängte – siehe oben – Plakate mit Strafandrohungen auf. Das wird unterschiedlich gewirkt haben, aber als ich zuletzt im Frühjahr auf dem Ponte Vecchio war, gab es nur wenige Schlösser zu sehen. In Rom allerdings, wo auch heftig diskutiert wurde, äußerte Bürgermeister Walter Veltroni Sympathie für die Liebenden: „Der Zeit, in der wir leben, verleiht das eine poetische Dimension, und mir gefällt es, dass sie in unserer Stadt vorkommt“, um dann festzustellen: „Ich habe sicherstellen lassen, dass keine Risiken für die Stabilität der Laternen bestehen, also können die Schlösser meiner Auffassung nach dort bleiben.“ Sie fielen dann jedoch einer mysteriösen nächtlichen Attacke zum Opfer.

Noch hat die Schlössergalerie an der Hohenzollernbrücke eher bescheidene Ausmaße im Vergleich zu den italienischen Beispielen. Mich würde natürlich interessieren, ob das Phänomen auch in anderen deutschen Städten schon aufgetaucht ist. Und ob es dort schon Versuche gibt, darauf zu reagieren. Und wo gibt es Spuren in der Populärkultur, in Videos, Websites oder Zeitschriftenartikeln?

Nubbeldud

Nubbeldud

Nubbeldud: ein Wort, das Google noch nicht kennt (was sich aber hiermit wohl ändern dürfte). Dabei wurde genau das gestern in meiner Strasse gefeiert. Was ein Nubbel ist, weiß das World Wide Web natürlich schon längst, auch dank Wikipedia, nämlich

eine zurechtgemachte und angekleidete mannsgroße Strohpuppe [und] die Figur des Sündenbocks im rheinischen Karneval. […] Der Nubbel hängt in der Karnevalszeit über vielen Kneipen und wird in der letzten Karnevalsnacht verbrannt.

Weil der Kölner die Abwesenheit von Karneval nur schwer erträgt, sucht und findet er gerne auch weitere Anlässe zum Feiern, und natürlich lässt sich auch ein „Nubbeldud“, der Tod eines Nubbels, zu anderen Jahreszeiten inszenieren. Zum Beispiel bei einer ordentlichen Veedelskirmes.

Straßenfeste haben es zur Zeit schwer in Köln, einige sind abgesagt worden oder stehen auf der Kippe. Die Schuld wird an einigen Stellen gesucht: Die GEMA-Gebühren seien zu hoch, heißt es, außerdem wird ein großer Teil der Feste in und um Köln von einer einzigen Agentur organisiert, was zu ihrer Gleichförmigkeit und Austauschbarkeit geführt habe, monieren einige Einzelhändler. (Die sind wiederum nicht mehr so scharf auf Straßenfeste nicht mehr so angewiesen, seit es verkaufsoffene Feiertage gibt und damit andere Gelegenheiten, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten auf sich aufmerksam zu machen.)

Die Kunibertskirmes ist eher eine Block-Party auf mikrokosmischer Ebene, für die paar Menschen, die zwischen Thürmchenswall und Unter Krahnenbäumen wohnen. Hätte uns der freundliche Kellner des „Köbes“ (Eckkneipe und Epizentrum des Spirits of Saint Kunibert) nicht darauf hingewiesen, hätten wir auch gar nichts davon mitbekommen und uns allenfalls über die fröhliche Dixieland-Combo gewundert, die plötzlich die Straße entlang marschierte.

So war’s dann einer dieser feinen Momente, in dem sich kölsches Jemööt und der Weltgeist fröhlich eins zu prosten. Auch wenn dem chinesischen Musikstudenten neben uns die Erklärung, dass die Leute da einfach mal so feiern und vermutlich gar keinen Anlass dazu haben, nicht recht einleuchten wollte. Umso besser gefiel ihm dann das echt kölsche Fazit des Abends, ein wahrer Call-and-Response-Klassiker rheinischer Straßenkultur, nämlich das gute alte Lied vom Paraplü:

Es dat nit dat Engk vum Leed,
jo, dat es dat Engk vum Leed.

Drei Männer und ein Baby

Vater, Mutter, HundEin Seminarraum, könnte man meinen, ist eigentlich kein Ort für kreative Veranstaltungen: Ausstattung, Sitzordnung, Beleuchtung – alles ist darauf ausgerichtet, sich zu den Dingen in ein objektives Verhältnis zu setzen, Diskussionen auf Augenhöhe zu ermöglichen und die Hierarchie der Anwesenden zu negieren. Charme, Zauber und Verführung hat hier, scheint es, keinen Platz. Aber das ist natürlich Illusion, auch der wissenschaftliche Diskurs hat Spielregeln, und so spricht nichts dagegen, auch so einen nüchternen und scheinbar untheatralischen Ort in Szene zu setzen.

_vater.mutter.hund/ nennt sich die aktuelle Produktion des Kölner Ensembles Futur 3. Nach mehreren Produktionen, in denen das Ensemble um einige Gastdarsteller erweitert wurde, ist die Besetzung diesmal auf das Kerntrio reduziert: André Erlen, Stefan Kraft und Klaus Maria Zehe sind die Protagonisten eines theatralischen „Forschungsprojekts“, zwei Wissenschaftler, die für ein Forschungsprojekt die Institution Familie unters Mikroskop nehmen, und ein Hausmeister, der zum Zeitvertreib Bienen züchtet und somit eine der interessantesten Varianten von Familie und Gesellschaft aus der Nähe beobachten kann. Weiterlesen

Der erste Deutsche im All

Gut: Siegfried Jähn war der erste Deutsche, der in einer kleinen Blechkiste um die Erde flog. Aber das ist doch bloß eine kosmische Spritztour gewesen und nichts gegen eine Ausbildung auf Sirius.

Vor ein paar Jahren hatte ich eine Radiosendung vorzubereiten, in der es um berühmte Väter und ihre Söhne ging. Markus Stockhausen war auch eingeladen, und wir führten telefonisch ein Vorgespräch. Das war eine sehr angenehme Unterhaltung, auch wenn (besser: gerade weil) Stockhausen zurückhaltend mit persönlichen Details umging. Es liess sich auch so einiges erfahren über den anregenden und anstrengenden Umgang mit jemandem, der nicht nur als Genie galt, sondern auch als eines lebte. Weiterlesen

Schlippenbachs Winterreise

Schlippenbach
Foto von audiostein™

Es ist ein unverzichtbares vorweihnachtliches Ritual: Das Schlippenbach Trio geht auf Winterreise und macht im Loft Station. Gestern war es mal wieder so weit, und es war – wie schon in den Jahren davor – ein wunderbares Konzert. Genau die Dosis Epiphanie, die man in dieser Jahreszeit benötigt.

Im Booklet zur Winterreise-CD hat Alexander von Schlippenbach launisch nacherzählt, wie das jährliche Abklappern von Clubs und Kneipen so abläuft, und es klingt nach einem interessanten ungedrehten Road Movie: Schlippenbach am Steuer, Parker als Landkarten lesendes Navigationssystem, Lovens als Sachbearbeiter der Soundtracks, der schon mal Tapes beisteuert, auf denen er nur die Solos aus seinen Lieblingsplatten aufgenommen hat. Bei den Konversationen, die sich da ergeben könnten, möchte ich gerne mal Zuhörer sein.

Auf der Bühne ist die Konstellation ein bisschen anders gewichtet: Schlippenbach ist der Bordmechaniker, der Phrasen und Strukturen fortwährend in ihre Einzelteile zerlegt und wieder zusammensetzt. Parkers Saxophon liefert die Satzzeichen dazu: Parenthesen, Punkte, Kommata und Fragezeichen, während Lovens die so entstehende Maschinerie zusammenhält und nach vorne treibt.

Seit dreissig Jahren machen die das schon zusammen, und das Erstaunliche ist, dass das Zusammenspielen nicht als Routine und Ritual abläuft, sondern Improvisations- und Spielfreude immer noch auf hohem Niveau zusammenkommen. Oder vielleicht muss man es anders sagen: Das Ritual ist der Rahmen, der im Spiel immer wieder untersucht, kommentiert, demontiert und neu zusammengesetzt wird.

Da gibt es dann tatsächlich auch so etwas wie eine Parallelle zur anderen, der Schubertschen/Müllerschen Winterreise. Es geht um die Frage, was passiert, wenn man freiwillig raus geht in die Kälte, das Chaos und die Zweifelhaftigkeit der Landkarten und Navigationssysteme:

Was vermeid‘ ich denn die Wege,
Wo die ander’n Wand’rer gehn,
Suche mir versteckte Stege
Durch verschneite Felsenhöh’n?

Weil die Spuren, die man sich über die versteckten Stege bahnen muss, zu ganz neuen Wegen zusammenlaufen können: Das ist die Antwort, die man auf einem Konzert des Schlippenbach Trios bekommen kann.

Barmer Viertel

Über das Ende des Barmer Viertels gibt es nun auch einen Film. Uraufführung ist am 24.10. um 19 Uhr im Kölner Filmhaus, zweite Aufführung am 30.10. ebenda.

Sieverts‘ Städtereisen

Vor ein paar Jahren hatte ich das Vergnügen, auf einer Party mit Boris Sieverts über seine seltsamen Städtereisen zu reden: Wanderungen und Radtouren zu den „wahrhaftigen Orten unserer Ballungsgebiete“, wie er das nennt, „in jene Weiten zwischen den zu Corporate Identities schrumpfenden Innenstädten und den etablierten Ausflugslandschaften“. Statt zu historischen Sehenswürdigkeiten und neuen urbanen Mitten führt er seine Teilnehmer dorthin, wo das Bild der Städte ausfranst, in Wohngebiete, zu Baggerseen und Brachflächen. Die Touren sind bisweilen mehrtägig, übernachtet wird im Freien oder in Autobahnhotels und Vorortgasthöfen. Weiterlesen

Last Man Standing

Barmer Viertel

… oder Dead Man Walking: Das Gasthaus Zur Post ist das letzte Gebäude, das übrig geblieben ist vom Barmer Viertel. Die Kölner Messe expandiert ringsherum, und in die alten Messehallen wird bald RTL ziehen: Da müssen Parkplätze her und dafür mußte das Wohnviertel weichen. Bei Google Maps kann man es noch schön sehen: Gutbürgerliche Wohnhäuser, Grünanlagen und Bäume dazwischen, alles könnte ganz gemütlich aussehen, wäre da nicht der Bahndamm direkt neben dran. Ohnehin fällt einem beim Rauszoomen auf, dass das Viertel auch vor seinem Ende schon etwas Anachronistisches hatte: Ein kleines gallisches Dorf, eingequetscht zwischen Gleisen hier, Messehallen da und drüben noch Baustellen für Hotels und weitere Messehallen.

Aber wie gesagt, das Viertel gibt es jetzt nicht mehr, nur noch die Post. Die Wirtsfamilie wollte sich nicht aus ihrem Pachtvertrag rauskaufen lassen, der läuft schließlich noch ins nächste Jahr. Die Stammgäste sind längst weg, dafür gibt es Mittagstisch für die Bauarbeiter. Einige von ihnen werden vielleicht auch Hand anlegen, wenn endgültig die letzte Stunde der Post gekommen hat. Das Barmer Viertel wird man sich dann noch eine Zeit lang bei Google anschauen können, und ein paar Websites erzählen noch die Geschichten vom Ende. Aber von denen, die ihr Auto auf dem neuen Parkplatz abstellen, wird die kaum jemand gelesen haben.

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